Ständerat hält an Verlagerungspolitik fest
Pro Alps
Beitrag teilen
Der frühzeitige Wegfall der Rollenden Landstrasse auf Ende 2025 ist ein Warnsignal: die Verlagerung auf die Schiene ist kein Selbstläufer.
Der Ständerat will die Fortführung der Betriebsbeiträge für den transalpinen kombinierten Verkehr über 2030 hinaus. Für kurzfristige Entlastungsmassnahmen soll der Bundesrat die freiwerdenden Rola-Mittel einsetzen.
Ohne Kurskorrektur laufen die Betriebsabgeltungen für den alpenquerenden unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV) Ende 2030 aus. Die Massnahme wurde eingeführt, um den strukturellen Nachteil der Schiene gegenüber der Strasse auszugleichen. Angesichts des Verlagerungsnotstands sprach sich der Ständerat heute für eine Verlängerung der Förderung aus. Die Vorlage reagiert auf eine besorgniserregende Entwicklung: Der transalpine Schienengüterverkehr hat in den letzten Jahren zunehmend Verkehr an die Strasse verloren. Der Entscheid ist ein grundsätzliches Bekenntnis zum verfassungsmässigen Verlagerungsauftrag.
UKV als Rückgrat der alpenquerenden Verlagerung
Der kombinierte Verkehr ist von zentraler Bedeutung für die Verlagerung des Transitgüterverkehrs durch die Schweizer Alpen. Mit einem Anteil von über 70 Prozent des alpenquerenden Schienengüterverkehrs bildet er das Rückgrat der Verlagerungspolitik. In den letzten Jahren hat er unter anderem auf Grund des unfairen Wettbewerbs zwischen Strasse und Schiene sowie der zunehmenden Infrastrukturproblemen im Ausland an Transportmengen verloren. Dass die Abgeltungen nach Gesetz jährlich abzunehmen haben und Ende 2030 auslaufen, hat die Krise zusätzlich verschärft.
Die Folgen sind mehr Lastwagenfahrten durch die Alpen, zunehmende Lärm- und Schadstoffbelastungen sowie eine weitere Entfernung vom verfassungsmässigen Verlagerungsziel. Die Weiterführung der UKV-Abgeltungen ist für die Alpenregion entlang der Transitachsen daher eine überlebenswichtige Massnahme. Dass die Abgeltungen neu nicht jährlich abzunehmen haben, begrüsst Pro Alps ausdrücklich.
Rola-Gelder für die Verlagerung sichern
Mit dem frühzeitigen Aus der Rollenden Landstrasse (Rola) Ende 2025 gerät der Alpenschutz zusätzlich unter Druck. Der Ständerat hat heute ebenfalls entschieden, die Mittel, welche zur Förderung der Rola bis Ende 2028 reserviert waren, weiterhin für die Verlagerungspolitik zu verwenden. Für den Alpenschutz ist dies zentral: Die Gelder können helfen, ehemalige Rola-Verkehre auf der Schiene zu behalten und so die negativen Auswirkungen des Rola-Aus effektiv zu begrenzen. Pro Alps wird sich mit Druck dafür einsetzen, dass der Bundesrat dieser Forderung auch genügend nachkommt.
Als nächstes liegt es am Nationalrat, dem Ständerat zu folgen.
Pro Alps
Beitrag teilen