Verkehr ’45: Güterverkehr mitdenken – Strassenausbau stoppen
Pro Alps
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Stau auf der A2
Heute kommunizierte der Bundesrat zu den Eckwerten der nationalen Infrastrukturstrategie Verkehr ’45. Im weiteren Prozess wird entscheidend sein, ob Güterverkehr und Alpenschutz ausreichend berücksichtigt werden – und ob der Volkswille gegen einen weiteren Ausbau der Strassenkapazitäten respektiert wird.
Mit Verkehr ’45 will der Bundesrat die Ausbauprojekte der Verkehrsinfrastruktur für die Periode 2025–2045 priorisieren. Grundlage bilden die Empfehlungen der ETH Zürich, welche Kapazitäts- und Angebotserweiterungen auf Strasse, Schiene und im Agglomerationsverkehr verkehrsträgerübergreifend beurteilen. Ziel des Bundesrates ist eine geordnete und finanzierbare Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig sieht Verkehr ’45 weiterhin Ausbauschritte im Nationalstrassennetz vor.
Volkswille gegen Strassenausbau ist zu respektieren
Für Pro Alps ist zentral, dass Verkehr ’45 nicht zu einem erneuten Ausbau der Strassenkapazitäten führt. Zwar wurden im Rahmen von Verkehr ’45 zahlreiche Nationalstrassenprojekte gestrichen, gleichzeitig hält der Bundesrat jedoch an weiteren Kapazitätsausbauten fest. Insbesondere auf der Autobahn A1 sowie weitere Projekte in den Realisierungshorizonten bis und nach 2045. Der Autobahn-Ausbauschritt wurde 2024 vom Volk abgelehnt. Zusätzliche Strassenkapazitäten erzeugen nachweislich zusätzlichen Verkehr, belasten Umwelt und Alpenraum und stehen aus Sicht von Pro Alps im Widerspruch zu den Klimazielen des Bundes. Statt neuer Strassen braucht es die Optimierung des bestehenden Netzes und eine konsequente Stärkung der Schiene.
Güterverkehr stärker priorisieren
Der Fokus der Infrastrukturentwicklung liegt klar auf dem Personenverkehr. Der Schienengüterverkehr wird im Rahmen von Verkehr ’45 zwar berücksichtigt, steht jedoch nicht im Zentrum der Betrachtung. Mehrere für den Mischverkehr zentrale Güterverkehrsprojekte drohen tief priorisiert zu werden, obwohl sie für einen zuverlässigen und leistungsfähigen Schienengüterverkehr von grosser Bedeutung sind.
Ende Juni 2026 wird der Bundesrat eine Vernehmlassungsvorlage präsentieren. Pro Alps wird sich dafür einsetzen, dass der weitere Prozess zu Verkehr ’45 den Schutz des Alpenraums und eine konsequente Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene verbindlich absichert – und dass finanzielle Mittel prioritär für Schiene und Verkehrsoptimierung statt für neue Strassenkapazitäten eingesetzt werden.
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