Urner Landrat setzt klares Zeichen gegen Kapazitätsausbau am Gotthard
Am 25. September 2024 sprach sich der Urner Landrat gegen eine Studie zu den Auswirkungen eines vierspurig befahrbaren Gotthard-Strassentunnels aus. Dieses deutliche Nein, unterstützt von der Urner Regierung, setzt ein starkes Signal gegen die Bestrebungen, den Gotthard-Strassentunnel ab 2033 vierspurig zu öffnen. Die Alpen-Initiative begrüsst diese Entscheidung als klares Bekenntnis zum Schutz der Alpen.
Das Postulat, eingebracht von Landrat Ivo Schillig (FDP), fordert eine wissenschaftliche Untersuchung der ökologischen, wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Auswirkungen eines Vierspur-Betriebs am Gotthard im Vergleich zur aktuellen Situation. Schillig beteuerte, dass die Studie rein wissenschaftlichen Nutzen habe und den Alpenschutzartikel nicht infrage stelle. Die Alpen-Initiative hingegen sieht in dem Postulat einen Versuch, den Weg für eine Aufweichung des Alpenschutzes zu ebnen – eine Ansicht, die auch die Urner Regierung teilt. Der Regierungsrat unterstrich in seiner Stellungnahme: «Der grösste Mehrwert einer solchen Studie liegt in der Unterstützung der absehbaren verkehrspolitischen Diskussionen über das Verkehrsregime am Gotthard.» Das Nein des Landrats zur Studie ist wichtig. Denn ein Vierspur-Betrieb am Gotthard würde den Transitverkehr signifikant erhöhen, was zu mehr Lärm, schlechterer Luftqualität und zusätzlichen Staus nicht nur im Kanton Uri, sondern auch in Regionen wie Luzern, Basel und Chiasso führen würde. Die lokale Bevölkerung wäre durch den verstärkten Verkehr einer noch höheren Belastung ausgesetzt.