Dank dem Alpenschutzartikel in der Schweizer Verfassung darf die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet nicht erhöht werden – zum Schutz von Mensch und Umwelt. Doch diese Errungenschaft ist in Gefahr!
Wer Strassen sät, wird Verkehr ernten. Diese Erkenntnis hatten die Initiantinnen und Initianten der Alpeninitiative bereits vor über 30 Jahren. Dank dem Volks-Ja von 1994 zum Alpenschutzartikel ist in der Schweizer Verfassung verankert, dass die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet nicht erhöht werden darf.
Mittlerweile ist das einleuchtende Prinzip auch wissenschaftlich untermauert. Alle aktuellen Studien und Beobachtungen belegen, dass der Ausbau von Strassen zu «induziertem Verkehr» führt. Das bedeutet, dass Fahrten unternommen werden, die ohne die Erweiterung der Kapazität entweder gar nicht oder nicht mit dem Auto gemacht worden wären.
Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zuwider setzen Bund und Parlament seit Jahrzehnten blind auf Kapazitätsausbau. Wenn es staut, werden neue Strassen gebaut.
Dank dem Alpenschutzartikel wird in den beiden Gotthard-Strassentunneln nach Fertigstellung im Jahr 2033 nur eine Fahrspur pro Richtung offen sein, sodass die Strassenkapazität nicht erhöht wird. Die zweite Fahrspur wird als Pannenstreifen dienen und so die Sicherheit bei der Durchfahrt erhöhen.
Die allgegenwärtigen Strassenausbaubestrebungen bringen den verfassungsmässigen Alpenschutz aber in Gefahr. Gewisse Kräfte arbeiten schon jetzt daran, den langbewährten Alpenschutzartikel mit der Forderung nach einem Vierspurbetrieb durch den Gotthard zu sprengen. Dies lässt Pro Alps nicht zu!
Mehr Kapazität = mehr Verkehr
Alle aktuellen Studien und Beobachtungen belegen, dass der Ausbau von Strassen zu «induziertem Verkehr» führt.
Alpenschutzartikel in der Verfassung
Die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet darf nicht erhöht werden. Ausgenommen sind Umfahrungsstrassen, die Ortschaften vom Durchgangsverkehr entlasten.
Durchschnittlicher Tagesverkehr am Gotthard
Im Schnitt durchqueren rund 18'500 Fahrzeuge pro Tag via Gotthardstrassentunnel und rund 5’000 via Gotthardpasstrasse die Alpen – Tendenz steigend.
Transitstrassen durch die Schweiz
Die europäischen Nord-Süd-Verkehrsachsen führen quer durch die Schweiz und durch unsere engen Alpentäler – zum Schaden von Menschen und Umwelt. Dem verfassungsmässigen Ausbauverbot unterliegen Streckenabschnitte auf der Grossen Sankt Bernhardroute. der Simplonroute, der Gotthardroute sowie der San Bernardinoroute.
Nein zum Strassenbau, Ja zum Alpenschutz
Pro Alps warnt vor den Folgen eines weiteren Strassenausbaus im Alpenraum. Mehr Strassen bedeuten mehr Verkehr, mehr Umweltbelastung und eine Gefährdung des Alpenschutzes.
Wir setzen uns dem Ruf nach noch mehr Strassenbau entschieden entgegen. Dieser Widerstand ist von grosser Bedeutung, denn zusätzliche Kapazitäten führen unweigerlich zu noch mehr Verkehr. Die Kosten dafür trägt die Allgemeinheit, die Gesundheits- und Umweltschäden des Verkehrs in Milliardenhöhe schultern muss. Jeder zusätzlich gefahrene Kilometer erhöht die Luftverschmutzung, verstärkt die Lärmbelastung, heizt das Klima an und schädigt Natur und Landschaft.
Ein ungebremster Ausbau steht zudem im Widerspruch zum gesetzlichen Ziel der Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene. Er untergräbt die Investitionen in den Schienengüterverkehr sowie in die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) und gefährdet durch das wachsende Ausbaubestreben sogar das Fundament des Alpenschutzes.
Wir setzen uns vehement dafür ein, dass das in der Verfassung verankerte Verbot des Ausbaus von Transitstrassen im Alpenraum auch nach der Fertigstellung der beiden Gotthard-Strassentunnel im Jahr 2033 uneingeschränkt respektiert wird.
Lassen Sie uns das Erfolgsrezept der Alpen in die Zukunft tragen, indem wir die vorhandenen Infrastrukturen besser nutzen und mehr Menschen und Güter auf die Schiene bringen. Die Alpen werden es Ihnen danken!
«Statt weitsichtig den Alpenschutz auszubauen, graben kurzsichtige Politikerinnen und Politiker an ihm. Sie wollen den Alpenschutzartikel aufweichen und am Gotthard künftig auf vier statt zwei Spuren durch die Alpen donnern. Das lassen wir nicht zu!»
Was wir tun
Pro Alps setzt sich vielseitig dafür ein, dass der Alpenschutzartikel auch in Zukunft uneingeschränkt respektiert und so das Alpengebiet vor einem drohenden Strassenausbau und den negativen Auswirkungen für Mensch und Umwelt geschützt wird.
Wir sensibilisieren
Mit Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen sensibilisieren wir für die Herausforderungen im einzigartigen und ökologisch besonders wertvollen Alpenraum. Der wachsende Verkehr setzt diesen sensiblen Lebensraum unter Druck.
Wir überzeugen
Strassenbau hält der Verkehrslawine nichts entgegen – im Gegenteil. Er zieht noch mehr Verkehr an und verschiebt den Stau nur in andere Regionen. Davon überzeugen wir die Öffentlichkeit und Entscheidungstragende.
Wir aktivieren
Mit kreativen und aufrüttelnden Aktionen generieren wir Aufmerksamkeit für die Problematik des ungebremsten Strassenausbaus und die Auswirkungen auf Mensch und Natur im Alpengebiet.