Uri wehrt sich gegen den Ausweichverkehr
Pro Alps
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Mit einer friedlichen, aber entschlossenen Aktion machen sich Urnerinnen und Urner in Amsteg für mehr Lebensqualität in ihren Dörfern stark.
«Unsere Dörfer sind Lebensraum, keine Ausweichroute»
Staut es auf der Autobahn vor dem Gotthard, weichen viele auf die Kantons- und Gemeindestrassen aus. Die Situation in den Urner Dörfern ist nicht mehr tragbar. Mit einer Fussgängerstreifen-Aktion setzte die Bevölkerung ein Zeichen gegen den Ausweichverkehr.
«Es stinkt uns!» steht auf einem Transparent, auf einem anderen «Ihr fahrt uns mitten durch die Stube!». Die Botschaft der Bevölkerung ist klar: Die Dörfer sind Lebensraum und keine Transitkorridore. Um dies sichtbar zu machen, versammelten sich am Samstagvormittag, 18. Juli, rund 60 Urnerinnen und Urner am Fussgängerstreifen bei der Kirche in Amsteg. Sie alle leiden unter dem überbordenden Ausweichverkehr, der sich bei Stau am Gotthard durch die Dörfer wälzt.
Zur Aktion aufgerufen hat die IG Uri. Pro Alps unterstützte die Aktion, weil Alpenschutz eben auch bedeutet, die Menschen in den Alpen vor dem Verkehr zu schützen – so, wie es die Verfassung verlangt. Der Alpenschutzartikel hält fest, dass der Bund die Belastungen des Transitverkehrs «auf ein nicht schädliches Mass» begrenzen muss (BV Art. 84, Abs. 1). Davon sind wir derzeit meilenweit entfernt. Vorstandsmitglied Chiara Gisler bringt es in ihrer Ansprache auf den Punkt: «Unsere Dörfer sind Lebensraum, keine Ausweichroute. Der Fussgängerstreifen steht symbolisch genau dafür: Die Menschen sollen Vorrang haben.»
Die Instrumente sind da. Jetzt braucht es den Mut, sie einzusetzen
Die Forderungen der Organisatoren sind klar: Der Schutz der Bevölkerung, der Wohngebiete und der Umwelt muss wichtiger sein als die freie Fahrt für den zunehmenden Verkehr. Das Parlament hat Anfang März die verkehrsabhängige Durchfahrtsabgabe für den Transitverkehr beschlossen. Bis zu einer Umsetzung wird es aber noch dauern. Und ob die Massnahme ausreichen wird, um die Verkehrsspitzen substanziell zu brechen und so den Ausweichverkehr einzudämmen, ist offen. Bereits heute gäbe es jedoch wirksame Instrumente, um die betroffene Bevölkerung zu schützen: Sie sind bekannt, rechtlich möglich und sofort umsetzbar. Temporäre Durchfahrtsverbote für den Ausweichverkehr auf Kantons- und Gemeindestrassen werden in der Schweiz und im Ausland bereits angewendet oder geprüft. Sie ermöglichen es, Dörfer und Wohngebiete bei Verkehrsüberlastungen gezielt vor Ausweichverkehr zu schützen, ohne den lokalen Verkehr einzuschränken. Hier heisst es: umsetzen und nicht zuwarten.
Pro Alps setzt sich darüber hinaus dafür ein, das Problem an der Wurzel zu packen – beim stetig wachsenden Verkehrsaufkommen auf der Strasse. Damit die Alpen nicht unter die Räder kommen.
Einblicke in die erfolgreiche Aktion und die Ansprachen von Jonathan Imhof (IG Uri) und Chiara Gisler (Pro Alps).
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