An der Mitgliederversammlung in Baar ZG verabschiedet Pro Alps die Resolution "Mehr Güter auf die Schiene: für Alpenschutz und Versorgungssicherheit".
Pro Alps blickt an der Mitgliederversammlung auf ein Jahr mit alarmierenden Zahlen zurück. Mehr Lastwagen, sinkender Bahnanteil: 2025 bestätigte den Negativtrend im alpenquerenden Güterverkehr. Die Lage hat sich zu einem Verlagerungsnotstand zugespitzt. Mit einer Resolution fordert der Verein Bundesrat und Parlament zum Handeln auf.
Der Druck auf den Alpenraum nimmt weiter zu. Trotz des klaren verfassungsmässigen Auftrags, den alpenquerenden Verkehr zu begrenzen und Güter von der Strasse auf die Schiene zu verlagern, verschärfte sich die Situation im vergangenen Jahr weiter. Pro Alps spricht deshalb von einem Verlagerungsnotstand, der den Alpenraum zunehmend überlastet – mit Folgen für Menschen, Natur und Lebensräume. Gerade in Zeiten unsicherer Energieversorgung zeigt sich ausserdem, wie verwundbar ein Güterverkehrssystem ist, das zu stark auf die Strasse setzt. Mehr Güter auf der elektrifizierten und energieeffizienten Schiene schützt nicht nur die Alpen, sondern senkt den Energiebedarf insgesamt. Das stärkt die Versorgungssicherheit, weil die Schweiz weniger von importierten fossilen Energieträgern abhängig ist.
Zu viele Lastwagen, schwindende Marktanteile der Schiene
Gemäss den vom Bund publizierten Verlagerungszahlen 2025 sinkt der Bahnanteil erneut – mit 68.6 Prozent, auf den tiefsten Wert seit zehn Jahren. Die Zahl der alpenquerenden Lastwagenfahrten ist auf rund 960’000 angestiegen und liegt deutlich über dem gesetzlichen Ziel von maximal 650’000 Fahrten pro Jahr.
An der Mitgliederversammlung am Samstag, 9. Mai 2026, in Baar ZG verabschiedete der Verein deshalb eine Resolution. Mit dieser fordert Pro Alps Bundesrat und Parlament auf, endlich für faire Rahmenbedingungen im Güterverkehr zu sorgen. Der Strassengüterverkehr soll seine tatsächlichen Kosten tragen und nicht länger zulasten von Umwelt, Bevölkerung und Sicherheit begünstigt werden. Aktuell berät das Parlament über die Weiterentwicklung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA), die entscheidend dafür ist, ob der heute verzerrte Wettbewerb zwischen Strasse und Schiene korrigiert oder weiter zementiert wird.
Gleichzeitig verlangt Pro Alps eine konsequente Stärkung des Schienengüterverkehrs als Rückgrat eines alpenverträglichen und energieeffizienten Güterverkehrssystems. Ergänzend braucht es Massnahmen, um die Verlagerung auch im Schweizer Binnengüterverkehr wirksam voranzubringen. Nur so können die Lastwagenzahlen sinken, der alpenquerende Güterverkehr auf die Schiene zurückkehren und das gesetzliche Verlagerungsziel von 650’000 Fahrten erreicht werden.
Auch der Personenverkehr belastet die Alpen
Nicht nur der Güterverkehr belastet die Alpen stark. Auch der Freizeit- und Tourismusverkehr hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Besonders problematisch ist dabei der Ausweichverkehr, der bei Stau auf Autobahnen durch Dörfer und Seitentäler ausweicht und die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung stark beeinträchtigt. Heutzutage entfallen über 50 Prozent des gesamten Personenverkehrs in der Schweiz auf Freizeit- und Tourismusverkehr. Dennoch liegt der Anteil von Personen, die den öffentlichen Verkehr dabei benutzen, nur bei knapp einem Viertel: die Strasse dominiert weiterhin klar. Pro Alps fordert deshalb, den Alpenschutz konsequent weiterzudenken und den Personenverkehr mit wirksamen Instrumenten zu lenken. Der Verein begrüsst in diesem Zusammenhang die Annahme einer Durchfahrtsabgabe im Nationalrat in der Frühjahrssession.
Rückblick auf ein bewegtes Jahr 2025
Trotz der alarmierenden Zahlen im alpenquerenden Güterverkehr, blickte Pro Alps an der Jahresversammlung positiv auf die Arbeit im vergangenen Jahr. Mit aufmerksamkeitsstarken Aktionen, wie dem Alpenfeuer auf dem Gotthardpass oder der LSVA-Aktion auf dem Bundesplatz, setze der Verein klare Zeichen und sensibilisierte Entscheidungsträgerinnen und die breite Öffentlichkeit für die Wichtigkeit des Alpenschutzes. Mit der Petition an den Bundesrat, die von 12’266 Menschen unterzeichnet wurde, machte Pro Alps deutlich, dass der Schutz der Alpen dringend bleibt.
Den vollständigen Jahresbericht 2025 mit Meilensteinen, Aktionen und der Jahresrechnung finden Sie auf unserer Webseite.
«Mehr Lastwagen rollen über die Transitachsen, und gleichzeitig wächst der Personenverkehr ungebremst. Der verfassungsmässige Alpenschutz darf nicht weiter ausgehöhlt werden. Wir fordern Bundesrat und Parlament zu entschiedenem Handeln auf.»
Pro Alps
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