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Gesperrte Pässe für Super­sport­wagen: Der Kanton Uri gewinnt den Teufels­stein 2026

Der Kanton Uri gibt Furka und Ober­alp frei – für einen moto­risierten Luxus­anlass. Er fördert damit ein elitäres Freizeit­vergnügen und macht aus Alpen­pässen eine Bühne für PS-Tourismus. In der öffentlichen Ab­stimmung erhält der Kanton dafür den Schmäh­preis «Teufels­stein» 2026.

Der Freizeit- und Tourismus­verkehr belastet die Alpen zu­nehmend: Obwohl die Alpen dicht mit öffent­lichem Verkehr er­schlossen sind, finden rund 74 Prozent der touris­tischen Reisen mit dem Auto statt. Mit der Jahres­kampagne zum Freizeit- und Tourismus­verkehr schaut Pro Alps deshalb genauer hin und hat fünf Projekte nominiert, die den Alpenraum un­nötig belasten. Nach sechs Wochen Publikums­voting setzte sich der Kanton Uri mit 1’637 Stimmen klar gegen die weiteren Nominierten durch und erhält den Schmäh­preis «Teufels­stein». Der Grund: Für den exklusiven Super­sport­wagen-Anlass «SOC x Classic Driver» gab der Kanton Uri im Juni den Furka- und den Oberalp­pass für Super­sport­wagen frei. Öffentliche Pass­strassen durch sensible Land­schaften, reserviert für zahlende Gäste ab 10’000 Franken. Damit fördert der Kanton ein elitäres Freizeit­vergnügen und macht aus Alpen­pässen eine Bühne für PS-Tourismus.

Nicht der Anlass, sondern die Verkehrs­praxis
Pro Alps prangert bewusst den Kanton und nicht die Ver­anstalter an. Aus­schlag­gebend ist der Verkehrs­entscheid: Eine Behörde gibt eine öffent­liche Pass­strasse für ein privates Freizeit­angebot frei und gewichtet dieses höher als den Schutz des Alpen­raums. Gerade der Kanton, in dem die Alpen-Initiative ihren Ur­sprung hat, verkehrt damit den Grund­satz «ver­meiden, ver­lagern, ver­träglicher ge­stalten» ins Gegen­teil – obwohl er in seinem eigenen Klima­schutz­konzept verspricht, die touristisch be­dingte Mobilität bis 2030 zu dekarbo­nisieren.

PS statt öV in den Alpen – leider kein Einzelfall
Autorennen, Pass-Rallyes und Fahrzeugpräsentationen auf öffentlichen Strassen liegen im Trend. Dafür sperren die Behörden Strassen, obwohl diese Veranstal­tungen in erster Linie dem Freizeit­vergnügen und dem Marketing dienen. Die Kosten tragen die Bevöl­kerung, die Natur und die Tier­welt im Alpen­raum: mehr Lärm, mehr Emissionen und zu­sätzliche Be­lastungen für sensible Lebens­räume. Pro Alps kritisiert diese Ent­wicklung und fordert, dass öffent­liche Infra­struktur nicht für private Motoren­spek­takel her­gegeben wird.

So geht es weiter – Ein­ladung zur Über­gabe
Mit dem «Teufels­stein» fordert Pro Alps vom Kanton Uri ein Um­denken: Öffentliche Alpen­strassen dürfen keine Bühne für PS-Glori­fizierung sein. Wer sie für private An­lässe sperrt, stellt kommer­zielle Interessen über den Schutz der Alpen. Den Schmäh­preis übergibt Pro Alps am Freitag, 23. Oktober 2026, an einer öffent­lichen Ver­leihung. Medien­schaffende und Interessierte sind herzlich ein­geladen vor Ort dabei zu sein. Details und Anmeldung folgen auf https://proalps.ch/events/.

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