MM – Jahreskampagne zum Freizeitverkehr

Gotthardpass, TI

Der Freizeit- und Tourismus­verkehr belastet die Alpen zunehmend. Mit dem Schmäh­preis «Teufels­stein» sensibili­siert Pro Alps für die Proble­matik und rückt mit dem Positiv­preis «Berg­kristall» vorbild­liche Lösungen ins Rampen­licht

Wer am vergangenen Auffahrts­wochenende unter­wegs war, kennt die Bilder: Stehende Auto­kolonnen vor dem Gotthard, bereits am Morgen volle Park­plätze und Ausflugs­ziele, an denen Blech statt Berg­idylle dominiert. Mehr als die Hälfte des gesamten Personen­verkehrs in der Schweiz dient heute der Frei­zeit und dem Tourismus, nämlich 27 Prozent dem Freizeit­verkehr und 25 Prozent dem Tourismus­verkehr. Damit ist dieser Bereich der grösste Mobilitäts­treiber des Landes, grösser als der Pendel­verkehr.

Und er rollt über­wiegend auf der Strasse: Rund 74 Prozent der touris­tischen Reisen finden mit dem Auto statt. Nur gerade 24 Prozent nutzen dafür den öffent­lichen Verkehr, obwohl die Alpen gut er­schlossen sind. In den Alpen­tälern verstärkt die Topo­grafie die Folgen zusätzlich: Die Schad­stoff- und Lärm­belastung liegen dort bis zu dreimal höher als im Mittel­land. Hinzu kommen Ausweich­verkehr bei Staus, überlastete Dörfer und Seiten­täler sowie ein zunehmender Flächen­verbrauch für Park­plätze.

Zwei Aus­zeichnungen zum Thema Frei­zeit- und Tourismus­verkehr
Pro Alps führt 2026 erstmals zwei aufeinander ab­gestimmte Aus­zeichnungen unter einem gemeinsamen Jahres­thema ein: Der «Teufels­stein» ist ein Schmäh­preis für Angebote, Infrastruktur­vorhaben und Werbe­kampagnen, die den Alpen­raum unnötig mit moto­risiertem Individual­verkehr belasten. Etwa über­dimensio­nierte Park­plätze, Gross­ver­anstaltungen ohne öV-Konzepte oder Tourismus­angebote, die das Auto bewerben und den Zug ver­schweigen. Pro Alps verleiht den Teufels­stein seit 2002 und konzipiert ihn neu: Das Thema wird breiter gefasst, das Voting wird gamifiziert und die Öffentlich­keit wird deutlich stärker ein­gebunden.

Der «Berg­kristall» geht den um­gekehrten Weg. Er zeichnet Angebote aus, die zeigen, dass es auch anders geht: das Hotel mit inte­griertem öV-Ticket, das Berg­dorf mit durch­dachter Verkehrs­lenkung, der Shuttle, der das Auto über­flüssig macht. Statt eines Einzel­preises entsteht eine ganz­jährige Galerie auf proalps.ch mit Community-Voting.

So geht es weiter
Ab Mittwoch, 20. Mai 2026, nimmt Pro Alps Vorschläge entgegen. Für den Teufels­stein läuft die Ein­reichungs­frist bis am 9. Juni 2026. Ein Auswahl­gremium bestimmt an­schliessend die fünf proble­matischsten Projekte. Vom 22. Juli bis Ende August stimmt die Öffentlich­keit ab. Die Preis­verleihung findet im Oktober statt.

Beim Berg­kristall können Projekt­trägerinnen und Projekt­träger ihr Projekt selbst vorschlagen, und alle anderen können Projekte nominieren, von denen sie überzeugt sind. Ein­reichungen sind laufend möglich. Im Februar 2027 zeichnet Pro Alps das Projekt mit den meisten Stimmen als Berg­kristall-Hauptpreis aus.

Beide Aus­zeichnungen laufen auf proalps.ch/jahreskampagne.

Jahreskampagne
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