261021_MM_Alpenschutz-statt-Motorenspektakel

Für Pro Alps ist klar: Öffentliche Passstrassen gehören nicht zahlenden Gästen ab 10'000 Franken. Uri ist dabei leider kein Einzelfall – regelmässig sperren Kantone Alpenstrassen für Autorennen, Pass-Rallyes und Sportwagen-Events.

Von den Waadt­länder Alpen bis zum Bernina­pass werden öffent­liche Strassen für Auto­rennen, Pass-Rallyes und Fahrzeug­präsen­tationen ge­sperrt. Was als Spek­takel für wenige insze­niert wird, be­deutet für Bevöl­kerung und Natur mehr Lärm, Ab­gase und Ein­schrän­kungen. Pro Alps fordert strengere Be­willi­gungs­­praxis sowie Sensi­bilisierung und Kontrollen gegen ille­gale Rennen.

Der Sommer ist vor­bei, die Motoren über den Alpen­pässen verstummen bald. Ein Blick zurück zeigt: Auto­rennen, Pass-Rallyes und ex­klusive Sport­wagen-Events führen im Schweizer Alpen­raum regel­mässig zu Strassen­sper­rungen, Lärm und zu­sätz­lichen Emis­sionen. Mindestens 16 solche Ver­an­staltungen fanden in den ver­gangenen zwei Jahren in der Schweiz statt – von den Waadt­länder Alpen bis zum Bernina­pass. Unter dem Titel «Alpen­schutz statt Motoren­spektakel» machte Pro Alps An­fang Sep­tember an der Arosa Classic­Car auf diese Be­lastungen auf­merksam. Dabei geht es nicht um eine grund­sätz­liche Ab­lehnung histo­rischer oder ausser­ge­wöhnlicher Fahr­zeuge. Viel­mehr darum, dass die Alpen, die besonders unter den Aus­wir­kungen des Verkehrs leiden, nicht als Bühne eben­solcher PS-Glori­fizierung her­halten müssen.

Der Teufels­stein als Denk­zettel
Mit dem dies­jährigen «Teufels­stein 2026» prangert Pro Alps genau diese Ent­wicklung an. Den Schmäh­preis er­hält der Kanton Uri, weil er den Furka- und den Ober­alp­pass für den exklusiven Super­sport­wagen-Anlass «SOC x Classic Driver» frei­ge­geben hat.
Pro Alps kriti­siert den Be­willigungs­ent­scheid des Kantons, denn damit nimmt der Kanton für ein kommer­zielles PS-Spek­takel zu­sätz­lichen Lärm, Emis­sionen und Be­lastungen sen­sibler Lebens­räume in Kauf. Ent­gegen den Zielen seines eigenen Klima­schutz­konzepts, das die tou­ris­tisch be­dingte Mobili­tät bis 2030 de­kar­boni­sieren will. Aus­ge­rechnet Uri, die Wiege der Alpen-Ini­tiative, macht Alpen­pässe zur Bühne für PS-Tourismus. Der Teufels­stein ist des­halb mehr als ein symbolischer Preis. Er ist ein Denk­zettel für eine Bewil­ligungs­praxis, die sich nicht nur in Uri beo­bachten lässt.

Sensi­bili­sie­rung und Kon­trol­len gegen ille­gale Rennen
Ausser­dem werden aus­ser­halb be­wil­ligter Ver­an­stal­tungen Pass­stras­sen für Drift­ma­növer und il­legale Ren­nen miss­braucht. Das ge­fährdet andere Ver­kehrs­teil­nehmende im Auto, auf dem Velo und zu Fuss.

Pro Alps for­dert des­halb eine res­trik­tivere Be­willigungs­praxis für kommer­ziel­le Auto­rennen, Pass-Rallyes, Sport­wagen-Events und Fahr­zeug­präsen­tationen auf öffent­lichen Alpen­strassen. Statt PS-Spek­takel sollten Ver­an­stal­tungen ge­fördert werden, die den Alpen­raum natur­ver­träg­lich er­leb­bar machen. Ausser­dem braucht es ver­stärkte Kon­trol­len ent­lang der Pass­strassen und ge­zielte Sensi­bili­sierungs­arbeit, die auf­zeigt, wie ge­fähr­lich ille­gale Rennen für alle Ver­kehrs­teil­nehmenden sind.

Fotos der Über­gabe

(Fotos ver­fügbar ab 23.10. um 18 Uhr)

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