Alpenschutz statt Motorenspektakel
Pro Alps
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Für Pro Alps ist klar: Öffentliche Passstrassen gehören nicht zahlenden Gästen ab 10'000 Franken. Uri ist dabei leider kein Einzelfall – regelmässig sperren Kantone Alpenstrassen für Autorennen, Pass-Rallyes und Sportwagen-Events.
Von den Waadtländer Alpen bis zum Berninapass werden öffentliche Strassen für Autorennen, Pass-Rallyes und Fahrzeugpräsentationen gesperrt. Was als Spektakel für wenige inszeniert wird, bedeutet für Bevölkerung und Natur mehr Lärm, Abgase und Einschränkungen. Pro Alps fordert strengere Bewilligungspraxis sowie Sensibilisierung und Kontrollen gegen illegale Rennen.
Der Sommer ist vorbei, die Motoren über den Alpenpässen verstummen bald. Ein Blick zurück zeigt: Autorennen, Pass-Rallyes und exklusive Sportwagen-Events führen im Schweizer Alpenraum regelmässig zu Strassensperrungen, Lärm und zusätzlichen Emissionen. Mindestens 16 solche Veranstaltungen fanden in den vergangenen zwei Jahren in der Schweiz statt – von den Waadtländer Alpen bis zum Berninapass. Unter dem Titel «Alpenschutz statt Motorenspektakel» machte Pro Alps Anfang September an der Arosa ClassicCar auf diese Belastungen aufmerksam. Dabei geht es nicht um eine grundsätzliche Ablehnung historischer oder aussergewöhnlicher Fahrzeuge. Vielmehr darum, dass die Alpen, die besonders unter den Auswirkungen des Verkehrs leiden, nicht als Bühne ebensolcher PS-Glorifizierung herhalten müssen.
Der Teufelsstein als Denkzettel
Mit dem diesjährigen «Teufelsstein 2026» prangert Pro Alps genau diese Entwicklung an. Den Schmähpreis erhält der Kanton Uri, weil er den Furka- und den Oberalppass für den exklusiven Supersportwagen-Anlass «SOC x Classic Driver» freigegeben hat.
Pro Alps kritisiert den Bewilligungsentscheid des Kantons, denn damit nimmt der Kanton für ein kommerzielles PS-Spektakel zusätzlichen Lärm, Emissionen und Belastungen sensibler Lebensräume in Kauf. Entgegen den Zielen seines eigenen Klimaschutzkonzepts, das die touristisch bedingte Mobilität bis 2030 dekarbonisieren will. Ausgerechnet Uri, die Wiege der Alpen-Initiative, macht Alpenpässe zur Bühne für PS-Tourismus. Der Teufelsstein ist deshalb mehr als ein symbolischer Preis. Er ist ein Denkzettel für eine Bewilligungspraxis, die sich nicht nur in Uri beobachten lässt.
Sensibilisierung und Kontrollen gegen illegale Rennen
Ausserdem werden ausserhalb bewilligter Veranstaltungen Passstrassen für Driftmanöver und illegale Rennen missbraucht. Das gefährdet andere Verkehrsteilnehmende im Auto, auf dem Velo und zu Fuss.
Pro Alps fordert deshalb eine restriktivere Bewilligungspraxis für kommerzielle Autorennen, Pass-Rallyes, Sportwagen-Events und Fahrzeugpräsentationen auf öffentlichen Alpenstrassen. Statt PS-Spektakel sollten Veranstaltungen gefördert werden, die den Alpenraum naturverträglich erlebbar machen. Ausserdem braucht es verstärkte Kontrollen entlang der Passstrassen und gezielte Sensibilisierungsarbeit, die aufzeigt, wie gefährlich illegale Rennen für alle Verkehrsteilnehmenden sind.
(Fotos verfügbar ab 23.10. um 18 Uhr)
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