Ständeratskommission lehnt Motion für stärkere LSVA ab
Pro Alps
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Ständerätliche Verkehrskommission lehnt Motion zur Stärkung der LSVA ab
Der negative Trend in der Verlagerung droht sich zuzuspitzen. Ständeratskommission lehnt Motion ab, welche die LSVA als Verlagerungsinstrument und Einnahmequelle für die Bahn stärken wollte.
Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates (KVF-S) hat in ihrer Sitzung vom 21. Mai 2026 die Motion der nationalrätlichen Schwesterkommission abgelehnt, die eine stärkere Ausschöpfung des Spielraums bei der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) forderte. Ziel der Motion war es, die LSVA wieder stärker als Verlagerungsinstrument und als Einnahmequelle für den Bahninfrastrukturfonds (BIF) zu nutzen. Mit dem Nein der KVF-S bleibt eine dringend nötige Korrektur aus. Denn die LSVA hat in den letzten Jahren bereits an Wirkung verloren. Sie droht im Rahmen der laufenden Revision weiter geschwächt zu werden.
LSVA verliert weiter an Verlagerungswirkung
Die Ablehnung der Motion ist nicht nur ein Entscheid gegen eine punktuelle Korrektur, sondern ein Signal gegen eine konsequentere Ausrichtung der LSVA am Verursacherprinzip. Die Abgabe sollte dazu beitragen, dass der Strassengüterverkehr einen grösseren Teil seiner Kosten trägt und der Güterverkehr auf die Schiene verlagert wird. Wenn dieser Spielraum politisch nicht genutzt wird, verliert die LSVA weiter an Lenkungswirkung.
Jährlich 68 Millionen Franken Mehreinnahmen möglich
Die LSVA steht mit der laufenden Revision ohnehin unter Druck. Pro Alps hatte zuletzt kritisiert, dass die Vorlage den Strassengüterverkehr weiter verbilligt: Durch ungenügende Teuerungsanpassung, durch anhaltende Privilegien für einen Teil des Lastwagenverkehrs und durch neue Regeln, die künftige Korrekturen erschweren. Das schwächt nicht nur die Verlagerungswirkung, sondern auch die Einnahmen für den BIF, in den rund zwei Drittel der LSVA-Einnahmen fliessen.
Gesetzesbruch wird toleriert und gar verschärft
Unter dem Strich fügt sich der Entscheid der KVF-S in eine Entwicklung ein, die den Strassengüterverkehr schrittweise begünstigt und die Schiene schwächt. Gerade in einer Zeit, in der wir uns vom gesetzlich festgehaltenen Verlagerungsziel wegbewegen, wäre eine Stärkung der LSVA dringend nötig. Stattdessen bleibt ein Instrument geschwächt, das für den Alpenschutz, die Kostenwahrheit und die Mitfinanzierung der Bahninfrastruktur zentral ist.
Am 3. Juni, während der Sommersession, befasst sich als nächstes der Ständerat mit der LSVA-Revision. Die Motion kommt ebenfalls zur Abstimmung. Wir bleiben weiterhin dran und machen Druck, dass die LSVA als wirksames Verlagerungsinstrument gestärkt und nicht weiter ausgehöhlt wird.
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