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Teufelsstein – Schmähpreis für Verkehrs-
missstände

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Warum ein Schmähpreis?

Der Alpen­raum ist ein sensibler Leben­sraum und zugleich eines der beliebtesten Reise­ziele Europas. Die damit verbundene Mobilität erzeugt ein hohes Verkehrs­auf­kommen, das sich in engen Alpen­tälern besonders stark bemerkbar macht.

Jetzt abstimmen

Die fünf Nominierten stehen fest. Jetzt entscheiden Sie mit, welches Projekt den Teufelsstein «gewinnt».

Magic Pass
Magic Pass

Magic Pass

Mit dem Magic Pass fahren Gäste die ganze Saison zum Pauschalpreis auf rund 100 Bergbahnen – und das Abo bricht Rekorde: über 341'000 Abos allein in der ersten Verkaufsphase 2026. Das Problem ist nicht der Wintersport, sondern die vielen Autofahrten: Über 90 Prozent reisen laut Direktor mit dem eigenen Auto an. Die fünf öV-Tage ab Herbst 2026 wirken eher als Pflaster, denn als Konzept, das die Anreise mitdenkt.

Mit dem Magic Pass fahren Gäste die ganze Saison zum Pauschalpreis auf rund 100 Bergbahnen – und das Abo bricht Rekorde: über 341'000 Abos allein in der ersten Verkaufsphase 2026. Das Problem ist nicht der Wintersport, sondern die vielen Autofahrten: Über 90 Prozent reisen laut Direktor mit dem eigenen Auto an. Die fünf öV-Tage ab Herbst 2026 wirken eher als Pflaster, denn als Konzept, das die Anreise mitdenkt.

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Oberalpass - Eine Behörde macht Alpenpässe zur Bühne für PS-Tourismus.
Oberalpass - Eine Behörde macht Alpenpässe zur Bühne für PS-Tourismus.

Kanton Uri

Für einen exklusiven Oldtimer- und Supersportwagen-Anlass gibt der Kanton Uri Furka- und Oberalppass frei: öffentliche Strassen nur für zahlende Gäste, die ab rund 10'000 Franken über die Pässe brausen. Wo Murmeltier, Gämse und Bodenbrüter Ruhe suchen, dröhnen plötzlich Motoren. Brisant ist der Entscheid dahinter: Eine Behörde macht Alpenpässe zur Bühne für PS-Tourismus.

Für einen exklusiven Oldtimer- und Supersportwagen-Anlass gibt der Kanton Uri Furka- und Oberalppass frei: öffentliche Strassen nur für zahlende Gäste, die ab rund 10'000 Franken über die Pässe brausen. Wo Murmeltier, Gämse und Bodenbrüter Ruhe suchen, dröhnen plötzlich Motoren. Brisant ist der Entscheid dahinter: Eine Behörde macht Alpenpässe zur Bühne für PS-Tourismus.

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Stöckalp-Parking
Stöckalp-Parking

Korporation Kerns

Die Korporation Kerns stockt das Parkhaus an der Talstation Melchsee-Frutt (OW) um zwei Geschosse auf – von 232 auf 416 Plätze, für 8,2 Millionen Franken. Die Begründung: An Spitzentagen reichen die Plätze nicht. Statt mit vergünstigten Kombi-Tickets die öV-Anreise zu fördern, reagiert sie mit mehr Beton und senkt so die Hemmschwelle für die Autoanreise. Wer Parkhäuser sät, erntet Verkehr.

Die Korporation Kerns stockt das Parkhaus an der Talstation Melchsee-Frutt (OW) um zwei Geschosse auf – von 232 auf 416 Plätze, für 8,2 Millionen Franken. Die Begründung: An Spitzentagen reichen die Plätze nicht. Statt mit vergünstigten Kombi-Tickets die öV-Anreise zu fördern, reagiert sie mit mehr Beton und senkt so die Hemmschwelle für die Autoanreise. Wer Parkhäuser sät, erntet Verkehr.

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Grand Tour of Switzerland - Luzern
Grand Tour of Switzerland - Luzern

Schweiz Tourismus

Seit 2015 bewirbt Schweiz Tourismus die Grand Tour of Switzerland als Roadtrip: 1643 Kilometer mit Auto oder Motorrad quer durchs Land, über zahlreiche Alpenpässe. Zwar gibt es mit der Grand Train Tour das Pendant auf der Schiene. Doch ausgerechnet die nationale Tourismusorganisation stellt weiterhin die Autoroute ins Zentrum, statt die Reiselust konsequent auf den umweltfreundlichen öV zu lenken.

Seit 2015 bewirbt Schweiz Tourismus die Grand Tour of Switzerland als Roadtrip: 1643 Kilometer mit Auto oder Motorrad quer durchs Land, über zahlreiche Alpenpässe. Zwar gibt es mit der Grand Train Tour das Pendant auf der Schiene. Doch ausgerechnet die nationale Tourismusorganisation stellt weiterhin die Autoroute ins Zentrum, statt die Reiselust konsequent auf den umweltfreundlichen öV zu lenken.

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2025 stauten sich die Kolonnen, bis Samedan und behinderten sogar die Blaulichtorganisationen
2025 stauten sich die Kolonnen, bis Samedan und behinderten sogar die Blaulichtorganisationen

The I.C.E. St. Moritz

Auf dem gefrorenen St. Moritzersee inszeniert «The I.C.E. St. Moritz» rund 50 Oldtimer und Supersportwagen als Glamour-Spektakel – den Verkehrskollaps planen die Veranstalter gleich mit. 2025 stauten sich die Kolonnen, bis Samedan und behinderten sogar die Blaulichtorganisationen. Dazu fliegen die Veranstalter Fahrzeuge aus den USA und Japan ein. Ein Anlass, der Verkehr nicht nur fördert, sondern feiert.

Auf dem gefrorenen St. Moritzersee inszeniert «The I.C.E. St. Moritz» rund 50 Oldtimer und Supersportwagen als Glamour-Spektakel – den Verkehrskollaps planen die Veranstalter gleich mit. 2025 stauten sich die Kolonnen, bis Samedan und behinderten sogar die Blaulichtorganisationen. Dazu fliegen die Veranstalter Fahrzeuge aus den USA und Japan ein. Ein Anlass, der Verkehr nicht nur fördert, sondern feiert.

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Welche Projekte verdienen den Teufelsstein?

Wir suchen konkrete Projekte aus dem Schweizer Alpenraum, die Verkehrsprobleme schaffen oder verstärken, statt sie zu lösen.

Es geht uns nicht um einzelne Autofahrten, sondern um Entscheide und Angebote, die den Autoverkehr bewusst fördern, den öffentlichen Verkehr ignorieren oder mehr Verkehr in Gebiete leiten, die ihn kaum noch verkraften.

Damit eine Einreichung in Frage kommt, muss sie:

– im Schweizer Alpenraum stattfinden oder von dort ausgehen
– bereits umgesetzt sein oder kurz vor der Umsetzung stehen
– den Alpenraum verkehrlich stärker belasten (mehr Autos, mehr Lärm, mehr Abgase)
– dem Ansatz «Verkehr vermeiden, verlagern, verträglicher gestalten» klar widersprechen

 

Was zählt eigentlich als «Projekt»?

Wir verwenden «Projekt» als Sammelbezeichnung. Als Projekte gelten Produkte, Dienstleistungen, Unternehmensprozesse, Initiativen und Massnahmen von Gemeinden und Privaten sowie digitale Angebote. Trägerschaften können dabei unterschiedlich ausgestaltet sein – von Unternehmen, Gemeinden, Genossenschaften, Vereinen und Destinationen bis hin zu Privatpersonen.

– Konkrete Angebote (Freizeitangebot, Eventkonzept, Package)
– Infrastrukturvorhaben (neue oder erweiterte Parkflächen, Strassenausbauten)
– Massnahmen von Gemeinden oder Destinationen (Verkehrskonzepte, Erschliessungsentscheide)
– Werbekampagnen und Kommunikationsmassnahmen (Aufrufe zur Autoanreise)
– Unternehmenspraktiken (Tourismusbetriebe, die den öV in ihrer Kommunikation ausblenden)
– dem Ansatz «Verkehr vermeiden, verlagern, verträglicher gestalten» klar widersprechen

 

Typische Beispiele, die uns interessieren

– Ferienorte oder Anlässe ohne realistische öV-Anreise
– Neue oder erweiterte Parkflächen, die gezielt mehr Autoverkehr anziehen
– Werbekampagnen, die die Autoanreise attraktiver machen als Bahn oder Bus
– Angebote, bei denen der öffentliche Verkehr in der Kommunikation schlicht nicht vorkommt
– Infrastrukturentscheide, die Autoverkehr priorisieren, obwohl Alternativen möglich wären

 

Was nicht in Frage kommt

Nicht berücksichtigen können wir:

– Beschwerden über einzelne Autofahrende oder Nachbarschaftskonflikte
– Projekte ausserhalb des Schweizer Alpenraums
– Reine Zukunftspläne, die noch nicht beschlossen sind
– Einreichungen ohne nachvollziehbare Quellen

 

  • Vom 20. Mai bis 8. Juni reichen Mitglieder, Geschäftsstelle und Öffentlichkeit Vorschläge ein. Drei Wochen lang nominieren sie Projekte, die den Alpenraum verkehrlich unnötig belasten.
  • Im Juni wählt unser Auswahlgremium die fünf problematischsten Projekte aus. Mitglieder der Geschäftsstelle und des Vorstands prüfen alle Eingaben anhand klar definierter Kriterien.
  • Am 22. Juli präsentiert Pro Alps die fünf Nominierten der Öffentlichkeit.
  • Bis Ende August läuft das Rennen um den Teufelsstein. Sechs Wochen lang stimmt die Öffentlichkeit ab – in Echtzeit sichtbar, welches Projekt dem Teufelsstein am nächsten kommt.
  • Im Oktober übergeben wir den Teufelsstein in einer öffentlichen Preisverleihung.

Häufige Fragen

Was Sie sonst noch wissen sollten.

Wer kann ein Projekt einreichen?

Alle dürfen einreichen. Unabhängig davon, ob es sich um Mitglieder von Pro Alps handelt oder nicht, kann jeder einen Vorschlag einreichen. Wichtig ist, dass der Vorschlag klar begründet ist und die Informationsquellen angegeben werden.

 

Wer entscheidet, über welche Projekte abgestimmt wird?

Nach Ablauf der Einreichungsfrist tagt unser Auswahlgremium. Es besteht aus Mitgliedern der Geschäftsstelle, einer Fachperson zum Jahresthema sowie einem Mitglied aus dem Vorstand. Das Gremium prüft alle Eingaben anhand definierter Kriterien und wählt die fünf problematischsten Projekte für die öffentliche Abstimmung aus.

 

Was ist mit «Schweizer Alpenraum» genau gemeint?

Gemeint ist das Gebiet der Schweizer Alpen inklusive der angrenzenden Voralpen. Das Projekt muss entweder dort stattfinden oder von dort ausgehen.

 

Kann ich auch ein Projekt nominieren, das mich persönlich betrifft?

Der Teufelsstein ist kein Ventil für Nachbarschaftskonflikte oder Beschwerden über einzelne Autofahrende. Es muss um etwas Konkretes gehen, das jemand verantwortet, wie beispielsweise ein Angebot, ein Infrastrukturvorhaben, eine Werbekampagne, einen Gemeindeentscheid.

 

Was passiert mit den nominierten Projekten?

Die fünf Nominierten werden am 22. Juli öffentlich bekannt gegeben. Wir nehmen vor der Veröffentlichung Kontakt mit den Verantwortlichen auf und geben ihnen die Möglichkeit zur Stellungnahme. Ziel ist nicht die persönliche Vorführung, sondern eine Debatte über verträglichere Verkehrsentscheide für Mensch und Umwelt.

 

Wie funktioniert das Voting?

Sobald die fünf Nominierten feststehen, kann bis Ende August abgestimmt werden. Pro Person ist eine Stimme möglich. Die Verifikation läuft über die E-Mail-Adresse – Mehrfachabstimmungen werden so verhindert. Der aktuelle Stand ist live auf der Website sichtbar, dargestellt als «Rennen zum Teufelsstein».

 

Was passiert mit dem «Gewinner»?

Im Oktober übergeben wir den Teufelsstein an einer öffentlichen Preisverleihung. Wir laden die verantwortlichen Akteure ein und begleiten den Anlass medial. Im November Echo berichten wir ausführlich über die Verleihung.

 

Teufelsstein_2022_Chur
Teufelsstein_2022_Chur

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